Was die Liga bewegt!


Weichenstellung am Neckar – wer ist die Nr. 1 im Ländle? by jeffrey12

Derby-Wochenende in der Bundesliga. Am Freitagabend treffen sich schwarz-gelb und königsblau zum ewig jungen Derby aller deutscher Derbys unter Flutlicht zum, sagen wir mal, kleinen Krisengipfel. Tags darauf empfängt der VfB Stuttgart, erstmals im Rahmen eines Bundesliga-Spiels, 1899 Hoffenheim in Bad Cannstatt.

Dabei stehen nicht nur drei Punkte auf dem Spiel, sondern vielmehr auch noch das eine oder andere Wiedersehen alter Bekannter und, das ist wahrscheinlich das Wichtigste, eine Weichenstellung über die Nummer Eins im Ländle.

Zumindest für diese eine Saison.

Angesichts der vorhandenen Mittel und Möglichkeiten wird 1899 Hoffenheim in der Öffentlichkeit ja ohnehin eher als erster Anwärter im alljährlichen Titelkampf der Bayern aus München gesehen und liegt in den Prognosen damit weit vor den erwarteten Entwicklungswerten des VfB Stuttgart. Warten wir ab, was die nächsten Jahre bringen werden. Eine sportliche Herausforderung für den VfB und seine in den letzten Jahren unumstrittene Vormchtstellung im Südwesten, wie Sie der Karlsruher SC Mitte der 90er Jahre darstellte, ist dem Team aus dem Kraichgau zukünftig allemal zuzutrauen.

Gewinnt der VfB Stuttgart, ist der Rückrunden-Fehlstart für 1899 Hoffenheim perfekt und der VfB wieder auf vier Punkte dran am Überflieger der Vorrunde. Verliert man, sind es schier uneinholbare 10 Punkte Differenz.

Neben dem Sportlichen kommt es auch zu einem großen Wiedersehen am Neckar. Jaissle, Compper, Weis und Beck statten ihrem Ausbildungsverein einen Besuch ab, Lanig und Reservekeeper Alexander Stolz schnürten bereits für 1899 Hoffenheim die Schuhe.

Zwei andere aktuelle Hoffenheimer haben unterschiedliche Erinnerungen an den VfB, ihren alten Arbeitgeber. Während Ralf Rangnicks Trainer-Ära beim VfB eher von sportlicher Unkonstanz und der Verbannung von Publikumsliebling Krasimir Balakov geprägt war, kommt mit Timo Hildebrand eine der Identifikations-Figuren der Stuttgarter Meistermannschaft von 2007 zurück an den Ort seines größten sportlichen Erfolgs. Dem emotionalen Abschied folgten 1 1/2 Jahre beim FC Valencia und ein sportlicher Neuanfang beim regionalen Konkurrenten. Interessaant wird zudem sein, wie der frühere Publikumsliebling an alter Wirkungsstätte vom ehemaligen Heim-Publikum empfangen wird.

Offensichtlich, dass nicht nur das „Ruhrpott-Derby“ zwischen dem BVB und dem FC Schalke 04 reichlich Brisanz und Gesprächstoff in sich birgt, sondern auch das zwischen Baden und Württemberg. Zumal im Laufe der Spielzeit die anfängliche Freude des Stuttgarter Publikums über sportliche Erfolge des Nachbarn aus Hoffenheim merklich zu erstauntem und kühlem Raunen abklang.

Wieder wird ein samstäglicher Fußball-Nachmittag also reichlich Gesprächstoff über die 90 Minuten Spielzeit hinaus liefern…



Kommt ein Neuer für Adler auf die Wiese? Was ich darüber dEnke… by Nummer 10

Die Zeiten im Jahre 2006 als sich der Bundestrainer zwischen zwei Torhütern für eine Nummer 1 entscheiden musste scheint einem jetzt ja fast schon als banale Entscheidung ohne große Komplikationen. Schließlich gab es ja damals einen Titanen und einen Herausforderer Jens Lehmann, der das bessere Ende für sich hatte und nun bis einschließlich der EM im Kasten unserer Lieblingsmannschaft stand. Und das zurecht.

Dass es einen Umbruch geben könnte, haben wir alle für möglich gehalten und haben seit dem Rücktritt von Jens Lehmann auch die Gewissheit, dass es so kommt. Deutschland sucht die Nummer 1 –  dass es dabei aber zu einem Bäumchen-wechsel-Dich-Spiel der Kandidaten kommt, hatte aber wohl keine erwartet. Wahrscheinlich nicht mal unser Bundestrainer.

Was bisher geschah – Timo Hildebrand flog schon vor der EM aus dem Kader und hat nun vielleicht doch wieder Chancen auf eine Rückkehr, auch wenn er bei seinem Club nach wie vor mit sportlichen Problemen zu kämpfen hat. Ausgang offen. Manuel Neuer sicherte sich durch seine Verletzung im Vorbereitungsspiel vorerst ebenfalls einen Platz in der Warteschleife, in der Michael Rensing vom FC Bayern seine Runden seit Wochen dreht und hofft, mit seiner ersten gesamten Saison seine Ansprüche zu untermauern. Das waren alos schon mal drei aus dem gesamten Kandidaten-Karussell.

Für das Länderspiel am Mittwoch nominierte Joachim Löw ob der Misere dann erst einmal Rene Adler und Robert Enke, wobei ich mir dachte, dass trotz aller Erwartungen Rene Adler als neue Nummer 1 im Kasten steht. Weit gefehlt, denn wie es der Teufel haben will, verletzt sich der junge Mann und fällt für das Spiel gegen Belgien erst einmal aus.

Daraufhin kommt doch noch ein Neuer für Adler auf die Wiese – in Gestalt von Bremens Tim Wiese, der nun endlich nach viel Geschreibe, Leistung und Diskussionen im Kreis der Nationalmannschaft angekommen ist – wenn er sich nicht noch verletzt, was ihm keine wünschen möge.

Robert Enke ist nach wie vor im Kader und wird nun im Tor stehen, was nach seinem Zusammenprall mit Kuranyi am Samstag ebenfalls schon fraglich schien. Da drängt sich die Frage ja fast schon auf – mag keiner mehr bei der Nationalmannschaft im Kasten stehen? Man denke nur an Roman Weidenfeller, der ja auch immer noch als Kandidat galt und sich nun auch verletzt hat.

Zu guter letzt spielt Jens Lehmann dann gestern noch eine Spitzen-Partie mit mehreren tollen Paraden, so dass man am Ende wirklich die Frage stellt, ob ein Umbruch denn wirklich sein musste. Bei der Leistung hätte Jens Lehmann die Nummer 1 auch weiterhin verdient. 

Allen Verletzten eine gute Besserung, allen Gesunden ein erfolgreiches Spiel und uns Allen am Ende die beste Nummer 1 für Deutschland!