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Warum Oliver Kahn zu Schalke passen würde… by jeffrey12
20.03.2009, 19:19
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Oliver Kahn und der FC Schalke 04 – spontan ein absolutes „nogo“. Nach genauerer Betrachtung erscheint mir die Option aber als gar nicht so abwegig und vielleicht sogar für beide Seiten lukrativ.

1. Ein Job beim FC Bayern München, nämlich der als Nachfolger von Uli Hoeneß auf dem Managerposten, schien lange Zeit nur reine Formsache zu sein. Aus München ließ Hoeneß zwar verlauten, nach einer Lösung zu trachten, die der Altersklasse von Kahn entsprechen würde, Oliver Kahn erscheint hier dennoch als fraglich. München sieht Kahn längst nicht mehr nur als Ex-Torhüter von Weltformat, sondern eben auch als Lokalprominenz mit Hang zur einen oder anderen Boulevard-trächtigen Eskapade neben dem Platz.

2. Kahn mag zwar während seiner aktiven Zeit kein ausgewiesener Freund des FC Schalke 04 gewesen sein, doch auch das Gegenteil ist nicht bewiesen. Als Kämpfer vor dem Herrn (nicht zuletzt über Jahre hinweg im Nationaltrikot) liegt er gar nicht soweit von der Einstellung entfernt, die die „Knappen“ auch heute noch gerne für sich reklamieren würden. Kahn ist ein ehrlicher Arbeiter und Antreiber.

3. Nicht zuletzt dank der in ihm gereiften „Altersmilde“ kommt Oliver Kahn in seinem jüngsten Job als TV-Experte sogar bemerkenswert eloquent im Gespräch daher. Diese Eigenschaft gepaart mit der Tatsache, dass Oliver Kahn eine natürliche Autorität und ein gewandtes Auftreten besitzt, könnten eine für Schalker Verhältnisse lange vermisste Außendarstellung in zentraler Position bewirken, die dem Anspruch, die Nummer Eins des deutschen Fußballs zu attackieren, gerecht werden könnte.

4. Oliver Kahn hat keinerlei (bekannten) Bezug zu einzelnen Polen und Fraktionen im Schalker Vorstand und Aufsichtsrat und wäre somit kaum Vorbelastet, wenn er sein Amt antreten würde. Er muss nicht den Vorständen etwas besonders recht machen oder dem Aufsichtsrat etwas beweisen, er muss „nur“ auf Schalke erfolgreiche und ehrliche Arbeit leisten. Und genau das ist vielleicht eben nur dann möglich, wenn man losgelöst von den Fraktionen neu ins Boot kommt und sich interne Machtspiele vom Leib halten kann – eine Demontage wie Sie Andreas Müller erfuhr, ist mit Kahn kaum denkbar.

5. Beste Kontakte, besonders international Ansehen allerhöchster Güte, sportliche Leistungen und Erfahrungen auf allerhöchstem Niveau und Erolgshunger – weitere Aspekte, die Oliver Kahn sicherlich für die Position eines sportlichen Leiters und Managers qualifizieren würden.

Einiges spricht also dafür. Wenn Oliver Kahn nicht den FC Schalke 04 doch noch mit einer Absage düpiert. Der Verein hat sich in der Plauderstunde mit der meinungsführenden Zeitung in Deutschland schon weit aus dem Fenster gelehnt und die Gespräche bestätigt. Daraufhin tat es Oliver Kahn seinem Gesprächspartner Clemens Tönnies gleich. Vielleicht pokert Oliver Kahn aber auch und testet im konkreten Ernstfall knallhart seinen Marktwert, die Reichweite möglicher Befugnisse und finanzielle Spielräume auf einem der heißesten, aber sicherlich sportlich reizvollsten Managerstühle der Bundesliga.

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