Was die Liga bewegt!


Irrtümer und Fehlwahrnehmungen: Ballack und Frings verkennen die Basics des Teamsports Fußball und seiner Erfolgsprinzipien. by jeffrey12

Jahrelang waren der Capitano und sein Adlatus Frings im zentralen Mittelfeld der Nationalmannschaft gesetzt. Zu Recht. Aufgrund Ihrer überdurchschnittlichen Leistungen im Verein und der Nationalelf. Nicht zuletzt auch wegen Ihres internen Standings im Kreis der Kollegen und Ihrem loyalen und bedachten Auftreten neben dem Platz. So hatten sich Michael Ballack und Torsten Frings den Respekt und die Anerkennung erarbeitet, die Sie als zentrale Köpfe und Stammspieler der deutschen Auswahl qualifizierte.

Doch Leiszungsnachweise sind stets aufs Neue zu erbringen und damit vergänglich, die Nationalelf befindet sich im Umbruch. Was weder Frings noch Ballack wahr haben wollen: die Meriten von gestern sind heute kein Faustpfand mehr. Nicht aufgestellt zu werden, hat nichts mit fehlendem Respekt zu tun!!! Nicht nur die Gesellschaft an sich, auch die Nationalspieler müssen sich Leistungsprinzipien unterordnen. Wer Joachim Löw aufmerksam zuhört, dem sollte bereits aufgefallen sein, dass er keine heiligen Kühe mehr kennt und knallhart nach Leistung, Motivation und Teamgeist entscheidet.

Westermann und Tasci für Metzelder, Helmes für Kuranyi, Hitzlsperger und Rolfes für Frings und vielleicht demnächst auch für Ballack, wenn der sein Ego und seine Spitzfindigkeiten nicht zugunsten des gemeinsamen Erfolges zurückzustellen vermag.

Maßnahmen des Trainerteams kritisch zu begutachten ist keine Unart. Ganz im Gegenteil, es gehört zu einem kompletten Führungsspieler dazu, seine geschätzte Meinung intern und damit konstruktiv einzubringen. Dass diese Meinung aber derart unkontrolliert und vor allem medial Kund getan wird, schlägt dem Fass den Boden aus.

Was erlaube Ballack und Frings?

Die beiden überbieten sich an Respektlosigkeit gegenüber dem deutschen Trainer- und Betreuerteam und rücken in ihrem Verhalten immer näher an das eines Kevin Kuranyi heran, was selbst von allergrößter Fußball-Prominenz erkannt wird. Eitelkeit und verfehlte Selbstwahrnehmung anstatt Sportsgeist. Hier gilt es jetzt tatsächlich eine vernunftorientierte Aussprache zwischen allen Beteiligten zu finden und daraus die notwendigen Schlüsse zu ziehen.

Im Sinne der Nationalelf könnte dies im besten Fall eine neue Selbsterkenntnis der beiden Mittelfeldspieler sein, Teil einer Mannschaft zu sein, die nach Leistung, nicht nach Verdiensten (by the way: weder Frings noch Ballack haben je einen internationalen Titel gewonnen) aufgestellt wird. Aber merke: auch Ballack und Frings sind aus sportlicher Perspektive ersetzbar, das haben die vergangenen Spiele zu Tage befördert.

Der Bundestrainer sollte hier nicht als Verlierer aus dem Zwist hervorgehen, das könnte schwerwiegende Konsequenzen haben. Löws taktische Reife und sportliche Leitung haben die Weichen nach Südafrika eindeutig auf Erfolg gestellt und erscheinen derzeit unverzichtbar!



Oliver Kahn: Analytisch, sachlich, kompetent by Nummer 10

Glückwunsch ans ZDF für den neuen Experten an der Seite von Johannes B. Kerner bei den Übertragungen der Länderspiele. Man muss klar festhalten, dass Oliver Kahn sich in kürzester Zeit zu einem Top-TV-Mann entwickelt hat und da muss JBK fast schon aufpassen, dass der Titan ihm nicht den Rang abläuft.

Erinnern wir uns – als die Verpflichtung von Kahn bekannt gegeben wurde, meinten viele Experten, dass das einen schweren Stand für Kahn bedeuten würde, wenn er das Erbe von Kloppo antritt. Das Gegenteil ist der Fall – klar, Kloppo hat das Ganze emotionaler vermittelt, wie das seinem Naturell entspricht. Aber wie Oliver Kahn seine Statements formuliert, technisch dokumentiert und präsentiert ist schon jetzt absolute Spitzenklasse.

Weiter so, Oliver Kahn – und bitte gebt dem ZDF mehr Länderspiele…



Frings und Ballack diese Beiden… by Nummer 10

…können Kritik nicht so gut leiden,

liegen mit ihren Statements eng beisammen,

die in der letzten Woch über die Lippen kamen.

 

So sprach in Sport Bild die Nummer Acht,

dass er sich keine Gedanken macht,

denn er muss niemandem etwas beweisen,

wenn er ist mit der Nationalmannschaft auf Reisen.

 

Und auch die Nummer 13, der Kapitän,

will dem natürlich in nix nachstehen,

feiert sein Tor mit dem Finger auf dem Mund,

und tut im Interview dann kund:

 

Er kann das alles nicht mehr hören,

wenn Stimmen kritisch alles stören,

er muss niemanden mehr etwas beweisen,

tja, was will das für uns heissen.

 

Die Moral von diesem Gedicht,

schildere ich nun aus meiner Sicht,

wer nicht denkt, dass er sich noch beweisen muss,

steht deutlich auf dem falschen Fuss.

 

Denn mit der Leistung ist es nie genug,

wer das glaubt, übt fast schon Selbstbetrug,

wie will ich denn Motivation noch machen,

mich antreiben zu neuen Sachen?

 

Darum Ihr beiden gebt gut Acht,

liebe Nummer 13, liebe 8,

Ihr seid wirklich gute Namen,

mit denen wir auf dem Platz gut vorwärts kamen.

 

Nur bitte vergesst eines nicht,

das jeden Tag nur neue Leistung für sich spricht.



Kevin Kuranyi – unverstanden oder unverschämt? by Nummer 10

Am Wochenende haben wir unsere Mannschaft zumindest eine Halbzeit lang in einem wahren Spielrausch gesehen. Wahnsinn, wie Poldi das 1:0 macht, wahnsinn, mit welcher Übersicht Trochowski auf Schweini spielt und der den Kapitän mustergültig bedient. Das machte einfach Spaß, auch wenn es dann am Ende nochmals eng wurde…

…aber was dann ab Samstag Nacht über die Ticker ging, war dann schon eher etwas für eine Seifenoper als für das Umfeld der Deutschen Nationalmannschaft: Ein Spieler ist nicht im Kader und muss auf die Tribüne, entfernt sich daraufhin von der Mannschaft und kokettiert mit Rücktritt bis der Bundestrainer dem Spuk ein Ende setzt und mitteilt, dass der Spieler nicht mehr in die Nationalelf eingeladen wird.

Mit dieser Episode setzt sich die nahe an der Daily Soap angekommene Serie von Kindereien der Nationalspieler fort – der Kapitän gegen den Manager, der Kapitän sagt, er müsse niemandem mehr etwas beweisen (wie will ich mich da motivieren?) und nun der Stürmer, der es nicht aushält, auf der Tribüne zu sitzen.

Ist Kevin Kuranyi einfach nur unverstanden oder ist er unverschämt?

Ich tendiere zu Zweiterem. Okay, der Junge wurde vor der WM aus dem Kader gestrichen und hat bei der EM nicht gespielt. Aber vielleicht sollte er sich auch mal fragen, warum das der Fall war…schließlich zählt nicht nur das Sportliche, sondern auch das Menschliche, was in einer MANNSCHAFT wichtig ist. Und da leidet er leider immer wieder an einer anscheinend etwas differenzierten Selbstwahrnehmung. Man denke nur daran, wie er Mirko Slomka in der vergangenen Saison beim Spiel in Porto offen brüskierte und der Lächerlichkeit preisgab.

Wenn ich höre, dass er es nicht mehr ausgehalten hat, kann ich eigentlich nur schmunzeln. Ich kann verstehen, dass es sportlich schmerzt, aber das sollte nur weiter motivieren. Es aber nicht mehr auszuhalten, obwohl man ein sorgenfreies Leben führen kann, sein Hobby zum Beruf macht und auf der Sonnenseite des Lebens ist kann ich allerdings nicht verstehen.



Artenschutz lockern! Die wahren Leiden des TV-Zuschauers. by jeffrey12

Was hab ich mich gestern Abend geärgert. Der Länderspielabend hat einen ziemlich faden Beigeschmack. Aber es ist nicht etwa das Ergebnis oder das Spiel von Jogis Elf, was mir Kopfzerbrechen bereitet. Ganz im Gegenteil. Da ich mich bei den meisten Länderspielen zwischen zwei großen Turnieren ohnehin schwer tue, die nötige Leidenschaft und Ausdauer für 90 Minuten aufzubringen, war das 3:3 gegen Finnland doch eine bis zum Schluss unterhaltsame und spannende Partie. Allerdings und vielmehr bot mir das Team der übertragenden öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt allerlei Momente der Irritation.

Angefangen bei Béla Réthy, der weiß Gott schon bessere Tage erwischt hat und meines Erachtens zu den fähigeren TV-Kommentatoren zählt. Von einer ziemlich schwarz-rot-golden gefärbten Zweikampfbeurteilung bis zum Schlusspfiff, als die Unverzichtbarkeit des DFB-Traditions-Duos Ballack-Frings bekannt gegeben wurde. Bitte? Haben die ambitionierten und perspektivisch weitaus wertvolleren „Sechser“ Hitzlsperger-Rolfes nicht auch Deutschland ins EM-Finale geführt und die beiden Vorgänger in der neuen Länderspielsaison beinahe vergessen gemacht? Und jetzt? Alles schon wieder Schnee von Gestern?

JBK stieß danach im Gespräch mit dem sichtlich verstimmten Jogi Löw und einem Fach-analytisch exzellent aufgelegten Oliver Kahn ins selbe Horn. Der ohne Spielpraxis und nicht zuletzt während der EM äußerst hüftsteife Christoph Metzelder soll die Rettung der deutschen Innenverteidigung sein? Dem Bundestrainer geht’s Gott sei Dank um Konkurrenzkampf und Perspektive.

Die jungen Nachrücker Tasci und Westermann (zusammen immerhin neun Länderspiele, JBK, Sie sagen es doch selbst) können sich nur in diesen Partien den nötigen Schliff für später holen. Jetzt ist es an der Zeit Fehler zu machen und daraus zu lernen. Letzteres tun Beide fleißig, wenn man Joachim Löw aufmerksam zuhört und zusehends, wenn man die Spiele von Tasci und Westermann in Bundesliga und Europacup verfolgt. Darüber hinaus habe ich die Aussetzer der etablierten Mertesacker und Metzelder während der EM noch nicht ganz zu den Akten gelegt.

Sicher ist es journalistische Pflicht Situationen zu erörtern und neue Wege zu suchen. Dabei sollte aber das Ziel nicht aus den Augen geraten. Das heißt Südafrika und nicht Artenschutz für die Arrivierten. Gebt der Zukunft eine Chance!



Ballack vs. Bierhoff: Ein Streit auf dem Rücken der Nationalelf by Nummer 10

Seit dem EM-Finale ist es im Umfeld der DFB-Elf vorbei mit Frieden und Eintracht. Schließlich ist seitdem die Auseinandersetzung zwischen Kapitän Michael Ballack und Team-Manager Oliver Bierhoff ein ständiger Begleiter, der heute dazu führte, dass „Kaiser“ Franz Beckenbauer höchstpersönlich einen Friedensgipfel unter Leitung des DFB-Präsidenten Dr. Theo Zwanziger forderte (siehe http://www.n-tv.de/1020893.html).

Wie kam es zu diesem Streit?

Nach dem verlorenen EM-Finale gegen Spanien hatte der DFB für die Mannschaft noch auf dem Rasen des Ernst-Happel-Stadions geplant, dass diese sich mit einem Transparent bei den Fans bedanken solle. In der ersten Enttäuschung reagierte der Kapitän wohl etwas ungehalten auf die Aufforderung des Team-Managers, mit dem Transparent in die Kurve zu gehen.

Wobei – schenkt man den Schilderungen der SPORT BILD Glauben, ist das Wörtchen „etwas“ bei ungehalten noch untertrieben…schließlich sollen heftige und derbe Worte gefallen sein und Handgreiflichkeiten nur von den Mitspielern verhindert worden sein.

In meinen Augen muss man festhalten, dass es unglücklich gewesen sein mag, nach einem EM-Finale einer derartige Aktion zu fordern. Das ändert aber nichts daran, dass Oliver Bierhoff immer noch Vorgesetzter von Michael Ballack ist. Und dem entsprechend steht ihm seine Reaktion in keinster Weise zu. Was würde wohl mit einem normalen Arbeitnehmer passieren, der seinen Chef in der Öffentlichkeit so angeht?

Wie auch immer, im Nachgang hatte sich Michael Ballack für die Wortwahl wohl entschuldigt und die Sache schien erledigt. Aber falsch gedacht – vergangene Woche äusserte sich Oliver Bierhoff dahingehend, dass „die Nationalmannschaft mit Michael Ballack gute Spiele gemacht hat und ohne ihn. Sie ist also nicht von ihm abhängig.“ (siehe http://sport.t-online.de/c/16/11/64/50/16116450.html)

In meinen Augen ist dies eine Aussage, die nicht persönlich auf die Leistungsfähigkeit des Kapitäns ausgerichtet war, sondern der Mannschaft Mut machen sollte, dass es auch trotz des erneuten Ausfalls von Ballack keinen Grund für Pessimismus gibt. Zugegeben – etwas unglücklich formuliert war das Ganze…

…und die Reaktion ließ wieder nicht auf sich warten. Per FAS meldete sich der Kapitän mit der Aussage zurück: „Die Nationalmannschaft hat schon gewonnen, als Oliver Bierhoff noch nicht ihr Manager war. Und auch zukünftig wird es für den Erfolg nicht entscheidend sein, ob Bierhoff Manager ist oder nicht“ (siehe http://sport.t-online.de/c/16/11/64/50/16116450.html).

Was soll man davon halten?

Schaden nimmt auf jeden Fall die Nationalmannschaft. Und das kann weder das Ziel von Oliver Bierhoff noch von Michael Ballack sein. Ob ein Friedensgipfel in diesem Fall Sinn macht ist in meinen Augen fraglich, denn ein Machtwort, das sämtliche weiteren Spekulationen und Äusserungen hinfällig macht, wäre wahrscheinlich deutlich besser angebracht.

Als Vorbild für die Jugend kann man das Verhalten beider auf jeden Fall nicht sehen. Wobei man nochmals zu bedenken geben muss, dass es hier letzten Endes um ein Verhältnis zwischen dem Kapitän und seinem Vorgesetzten geht.

Wenn man den gesamten Vorgang alleine auf dieses Verhältnis reduziert, würde es in der freien Wirtschaft gelb oder doch schon rot geben. Vielleicht nur auf Zeit, aber ein Signal täte Not!



Leistungsprinzip, Konkurrenzkampf, Startelf by jeffrey12
04.09.2008, 16:01
Filed under: Nationalmannschaft | Schlagwörter: , , , , ,

Und los geht’s. Der Deutschen liebstes Kind, die Nationalmannschaft begibt sich in der WM-Qualifikation ab Samstag auf den Weg nach Südafrika. Dass das Unternehmen scheitern könnte, mag keiner für Möglich halten (ich auch nicht). Trotz dem, dass es die meisten der europäischen Größen mal in der Quali zur WM oder EM mal erwischt hat. Zuletzt England 2008 oder Holland 2002. Nur die Deutschen spielen halt irgendwie immer mit. Das sollte diesmal nicht anders sein.

Nur, so bärenstark wie das Team von Jogi Löw stets geredet wird, will ich es nicht sehen. Zu viele Baustellen weist die Mannschaft zum Saisonstart auf. Von der Startformation des EM-Finales können nur Hitzelsperger, Lahm und Schweinsteiger von sich behaupten, einigermaßen gut drauf zu sein. Der Rest ist nicht mehr dabei (Lehmann), verletzt (Ballack), von der Rolle (Klose) oder beides (Frings) um nur ein paar prominente Beispiele zu nennen.

Also müssen die Schlagworte der Klinsmann-Löw-Ära Gültigkeit bewahren: Leistungsprinzip und Konkurrenzkampf aller Orten. Liechtenstein hin oder her.

Das Tor ist vielleicht die Achillesferse der deutschen Nationalelf. Die Zeiten, dass auf jeden Fall ein Weltklasse-Mann zwischen den Pfosten steht, sind vorerst vorbei. Adler und Enke spielen nicht international, sind aber auf Sicht offenbar erste Wahl – fatal! Weil Adler verletzt ist, wird Enke den Kasten hüten.

In der Abwehr sollten Lahm und Jansen (obwohl die beiden, wie wir letzte Woche gelernt haben, gar nicht gleichzeitig spielen können) außen gesetzt sein. Als Innenverteidiger-Paar sehe ich perspektivisch zwingend Westermann und dazu gerne Tasci. Pander und Fritz sind mit Ihrer eklatanten Abwehr-Schwäche nicht in der engeren Wahl.

Im Mittelfeld ist das Duo Hitzlsperger-Rolfes für mich gesetzt. Ballack und Frings sind häufig verletzt und keinesfalls mehr unantastbar. Dazu Schweinsteiger und Marin für die spielerischen Elemente. Trotzdem – gehobenes internationales Niveau sieht anders aus.

Wenn es tatsächlich nach dem Leistungsprinzip geht, dann hat Klose seinen Kredit langsam aber sicher verspielt. Gomez und Helmes sind prima in die Saison gestartet und könnten gut zusammen spielen. Vielleicht hätte sich auch Stefan Kiesling mal wieder eine Einladung verdient.

Wenns nach mir geht, dann sollten die Karten jedenfalls völlig neu gemischt werden. Leistungsprinzip ist keine leere Worthülse sondern der notwendige Ansporn für die zwar verdienten aber garantiert nicht unverzichtbaren Nationalspieler. Klar, die Mischung muss stimmen, aber zuallererst die Leistung!