Was die Liga bewegt!


Oliver Kahn: Analytisch, sachlich, kompetent

Glückwunsch ans ZDF für den neuen Experten an der Seite von Johannes B. Kerner bei den Übertragungen der Länderspiele. Man muss klar festhalten, dass Oliver Kahn sich in kürzester Zeit zu einem Top-TV-Mann entwickelt hat und da muss JBK fast schon aufpassen, dass der Titan ihm nicht den Rang abläuft.

Erinnern wir uns – als die Verpflichtung von Kahn bekannt gegeben wurde, meinten viele Experten, dass das einen schweren Stand für Kahn bedeuten würde, wenn er das Erbe von Kloppo antritt. Das Gegenteil ist der Fall – klar, Kloppo hat das Ganze emotionaler vermittelt, wie das seinem Naturell entspricht. Aber wie Oliver Kahn seine Statements formuliert, technisch dokumentiert und präsentiert ist schon jetzt absolute Spitzenklasse.

Weiter so, Oliver Kahn – und bitte gebt dem ZDF mehr Länderspiele…



Frings und Ballack diese Beiden…

…können Kritik nicht so gut leiden,

liegen mit ihren Statements eng beisammen,

die in der letzten Woch über die Lippen kamen.

 

So sprach in Sport Bild die Nummer Acht,

dass er sich keine Gedanken macht,

denn er muss niemandem etwas beweisen,

wenn er ist mit der Nationalmannschaft auf Reisen.

 

Und auch die Nummer 13, der Kapitän,

will dem natürlich in nix nachstehen,

feiert sein Tor mit dem Finger auf dem Mund,

und tut im Interview dann kund:

 

Er kann das alles nicht mehr hören,

wenn Stimmen kritisch alles stören,

er muss niemanden mehr etwas beweisen,

tja, was will das für uns heissen.

 

Die Moral von diesem Gedicht,

schildere ich nun aus meiner Sicht,

wer nicht denkt, dass er sich noch beweisen muss,

steht deutlich auf dem falschen Fuss.

 

Denn mit der Leistung ist es nie genug,

wer das glaubt, übt fast schon Selbstbetrug,

wie will ich denn Motivation noch machen,

mich antreiben zu neuen Sachen?

 

Darum Ihr beiden gebt gut Acht,

liebe Nummer 13, liebe 8,

Ihr seid wirklich gute Namen,

mit denen wir auf dem Platz gut vorwärts kamen.

 

Nur bitte vergesst eines nicht,

das jeden Tag nur neue Leistung für sich spricht.



Kevin Kuranyi – unverstanden oder unverschämt?

Am Wochenende haben wir unsere Mannschaft zumindest eine Halbzeit lang in einem wahren Spielrausch gesehen. Wahnsinn, wie Poldi das 1:0 macht, wahnsinn, mit welcher Übersicht Trochowski auf Schweini spielt und der den Kapitän mustergültig bedient. Das machte einfach Spaß, auch wenn es dann am Ende nochmals eng wurde…

…aber was dann ab Samstag Nacht über die Ticker ging, war dann schon eher etwas für eine Seifenoper als für das Umfeld der Deutschen Nationalmannschaft: Ein Spieler ist nicht im Kader und muss auf die Tribüne, entfernt sich daraufhin von der Mannschaft und kokettiert mit Rücktritt bis der Bundestrainer dem Spuk ein Ende setzt und mitteilt, dass der Spieler nicht mehr in die Nationalelf eingeladen wird.

Mit dieser Episode setzt sich die nahe an der Daily Soap angekommene Serie von Kindereien der Nationalspieler fort – der Kapitän gegen den Manager, der Kapitän sagt, er müsse niemandem mehr etwas beweisen (wie will ich mich da motivieren?) und nun der Stürmer, der es nicht aushält, auf der Tribüne zu sitzen.

Ist Kevin Kuranyi einfach nur unverstanden oder ist er unverschämt?

Ich tendiere zu Zweiterem. Okay, der Junge wurde vor der WM aus dem Kader gestrichen und hat bei der EM nicht gespielt. Aber vielleicht sollte er sich auch mal fragen, warum das der Fall war…schließlich zählt nicht nur das Sportliche, sondern auch das Menschliche, was in einer MANNSCHAFT wichtig ist. Und da leidet er leider immer wieder an einer anscheinend etwas differenzierten Selbstwahrnehmung. Man denke nur daran, wie er Mirko Slomka in der vergangenen Saison beim Spiel in Porto offen brüskierte und der Lächerlichkeit preisgab.

Wenn ich höre, dass er es nicht mehr ausgehalten hat, kann ich eigentlich nur schmunzeln. Ich kann verstehen, dass es sportlich schmerzt, aber das sollte nur weiter motivieren. Es aber nicht mehr auszuhalten, obwohl man ein sorgenfreies Leben führen kann, sein Hobby zum Beruf macht und auf der Sonnenseite des Lebens ist kann ich allerdings nicht verstehen.



Ballack vs. Bierhoff: Ein Streit auf dem Rücken der Nationalelf

Seit dem EM-Finale ist es im Umfeld der DFB-Elf vorbei mit Frieden und Eintracht. Schließlich ist seitdem die Auseinandersetzung zwischen Kapitän Michael Ballack und Team-Manager Oliver Bierhoff ein ständiger Begleiter, der heute dazu führte, dass „Kaiser“ Franz Beckenbauer höchstpersönlich einen Friedensgipfel unter Leitung des DFB-Präsidenten Dr. Theo Zwanziger forderte (siehe http://www.n-tv.de/1020893.html).

Wie kam es zu diesem Streit?

Nach dem verlorenen EM-Finale gegen Spanien hatte der DFB für die Mannschaft noch auf dem Rasen des Ernst-Happel-Stadions geplant, dass diese sich mit einem Transparent bei den Fans bedanken solle. In der ersten Enttäuschung reagierte der Kapitän wohl etwas ungehalten auf die Aufforderung des Team-Managers, mit dem Transparent in die Kurve zu gehen.

Wobei – schenkt man den Schilderungen der SPORT BILD Glauben, ist das Wörtchen „etwas“ bei ungehalten noch untertrieben…schließlich sollen heftige und derbe Worte gefallen sein und Handgreiflichkeiten nur von den Mitspielern verhindert worden sein.

In meinen Augen muss man festhalten, dass es unglücklich gewesen sein mag, nach einem EM-Finale einer derartige Aktion zu fordern. Das ändert aber nichts daran, dass Oliver Bierhoff immer noch Vorgesetzter von Michael Ballack ist. Und dem entsprechend steht ihm seine Reaktion in keinster Weise zu. Was würde wohl mit einem normalen Arbeitnehmer passieren, der seinen Chef in der Öffentlichkeit so angeht?

Wie auch immer, im Nachgang hatte sich Michael Ballack für die Wortwahl wohl entschuldigt und die Sache schien erledigt. Aber falsch gedacht – vergangene Woche äusserte sich Oliver Bierhoff dahingehend, dass „die Nationalmannschaft mit Michael Ballack gute Spiele gemacht hat und ohne ihn. Sie ist also nicht von ihm abhängig.“ (siehe http://sport.t-online.de/c/16/11/64/50/16116450.html)

In meinen Augen ist dies eine Aussage, die nicht persönlich auf die Leistungsfähigkeit des Kapitäns ausgerichtet war, sondern der Mannschaft Mut machen sollte, dass es auch trotz des erneuten Ausfalls von Ballack keinen Grund für Pessimismus gibt. Zugegeben – etwas unglücklich formuliert war das Ganze…

…und die Reaktion ließ wieder nicht auf sich warten. Per FAS meldete sich der Kapitän mit der Aussage zurück: „Die Nationalmannschaft hat schon gewonnen, als Oliver Bierhoff noch nicht ihr Manager war. Und auch zukünftig wird es für den Erfolg nicht entscheidend sein, ob Bierhoff Manager ist oder nicht“ (siehe http://sport.t-online.de/c/16/11/64/50/16116450.html).

Was soll man davon halten?

Schaden nimmt auf jeden Fall die Nationalmannschaft. Und das kann weder das Ziel von Oliver Bierhoff noch von Michael Ballack sein. Ob ein Friedensgipfel in diesem Fall Sinn macht ist in meinen Augen fraglich, denn ein Machtwort, das sämtliche weiteren Spekulationen und Äusserungen hinfällig macht, wäre wahrscheinlich deutlich besser angebracht.

Als Vorbild für die Jugend kann man das Verhalten beider auf jeden Fall nicht sehen. Wobei man nochmals zu bedenken geben muss, dass es hier letzten Endes um ein Verhältnis zwischen dem Kapitän und seinem Vorgesetzten geht.

Wenn man den gesamten Vorgang alleine auf dieses Verhältnis reduziert, würde es in der freien Wirtschaft gelb oder doch schon rot geben. Vielleicht nur auf Zeit, aber ein Signal täte Not!



Schalke 0:4 – sagt das etwas über die Konkurrenzfähigkeit der Liga?

Am Mittwoch ging es sicher vielen Fußball-Fans so, dass sie sich ungläubig und etwas schockiert die Niederlage von Schalke in Madrid angesehen haben. Groteskerweise passte das Ergebnis dann auch noch direkt zum Vereinsnamen, denn wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen…

Was mich beschäftigt ist die Frage, ob wir hier nun wirklich gerechtfertigterweise schon wieder eine Debatte über die Konkurrenzfähigkeit der Liga führen müssen.

Sagt diese Niederlage von Schalke wirklich etwas darüber aus, welche Qualität unsere geliebte Bundesliga auf dem internationalen Parkett hat?

Für Schalke 0:4 selbst ist die Niederlage sportlich natürlich eine Katastrophe, auch wenn man natürlich nicht vergessen darf , dass bei den Königsblauen einige zentrale Spieler gefehlt haben, darunter die Top-Neuzugänge. Auch nicht vergessen sollte man, dass Atletico mit Sicherheit der heftigste Gegner war, den man erwischen konnte und dass diese Mannschaft auch in der Primera Division einiges erreichen wird, ist für mich eigentlich klar. Erschreckend war eigentlich die Deutlichkeit des Ergebnisses und die Fehler die zu den Toren 2 bis 4 führten…letzten Endes hätte aber wahrscheinlich wirklich ein Tor gereicht und das Ganze wäre anders gelaufen. Oder?

Für die Bundesliga bedeutet dies für mich aber doch nicht den Super-Gau:

Wir haben mit Bayern und Werder zwei Vereine in der Champions League, wir haben mit Schalke, Hamburg, Wolfsburg, Stuttgart, Hertha und dem BVB sechs (!) ambitionierte Vereine im UEFA-Cup, die alle weit kommen können. Wann hatten wir das denn das letzte Mal???

Wir haben alleine drei italienische Weltmeister, die auf den Spuren Luca Tonis in der Liga spielen und eine ganze Reihe anderer ambitionierter Ausländer, die gerne in die Liga wechseln. So unattraktiv können wir doch dann nicht sein!? Natürlich gehen auch ein paar Spieler, aber ist das nicht normal? Stars kommen und gehen – auch ein Robinho verlässt Real und geht zu Chelsea…

Wir haben die schönsten Stadien und in Dortmund das größte Stadion – und dann auch noch volle Buden von der Elbe bis zur Isar. Und sogar in der RheinNeckar-Region schauen sich mehr als 26.000 Fans das erste Heimspiel von 1899 Hoffenheim an, Kompliment an die Vereinsführung – ein guter Job!

Wir haben Vereine mit solider wirtschaftlicher Basis dank unseres strengen Lizenzierungsverfahrens und unsere Vereine laufen nicht mit Hunderten Millionen von Schulden umeinander.

Also – fast die Hälfte der Ersten Bundesliga spielt international und ich bin mir sicher, die Jungs werden etwas reissen – für ihren Verein, ihre Fans, ihre Stadt, ihre Region und für den deutschen Fußball.

Auf gehts, pack mas!



Was erlaube, FIFA? Keine Namen mehr auf Trikots…

Beim Blick auf den Rücken unserer Nationalelf am gestrigen Abend staunten mit Sicherheit einige nicht schlecht…es ist schon irritierend, wenn da plötzlich ein neues Nummern-Design zu sehen ist und man auf den ersten Blick fast ins Rudern kommt, wer denn nun auf dem Platz steht. Schließlich haben wir alle in den vergangenen Jahren immer mehr gelernt, dass eine bestimmte Nummer in der Regel zu einem bestimmten Spieler gehört. Und naja – der Name stand dann ja auch noch mit drauf.

Nun ist also der Purismus ausgebrochen, was aber leider nicht auf Einflüsse des Retro-Kultes zurückzuführen ist, sondern auf eine neue Direktive in der FIFA-Spielordnung.

Laut DFB, siehe http://www.dfb.de/index.php?id=500014&no_cache=1&tx_dfbnews_pi1[showUid]=15443&cHash=4858061852 , sehen die Artikel 16 und 21 des FIFA-Reglements für die WM 2010 http://de.fifa.com/search/index.htmx?q=FIFA+reglement+2010) vor, dass “die Nationalmannschaften bei den Qualifikationsspielen zur WM-Endrunde in Südafrika nur noch Trikots mit den Nummern eins bis 18 tragen dürfen. Das bedeutet in der Praxis, dass bis zur WM 2010 nicht mehr der Name des jeweiligen Spielers auf dem Trikot stehen wird. Denn die internationalen Regeln besagen außerdem, dass der 18er-Kader für ein Länderspiel erst 90 Minuten vor Spielbeginn festgelegt werden muss.” Was hat die Herren in Zürich dazu bewegt?

Doch eine Besinnung auf die puristischen Anfänge? Ein Schritt gegen den Kommerz? Oder etwas Anderes?

Und noch viel wichtiger ist vielleicht die Frage: Kommt da noch etwas nach…wie z.B.:

– Umsetzung dieser Vorgabe auch für den Vereins-Fußball?

– oder gar das Verbot von Trikotwerbung im Vereins-Fußball?

– Die Vorgabe, dass mit einem Ball aus echtem Leder gespielt wird?

Schau mer mal – wie alles hat diese Geschichte zwei Seiten…einerseits etwas mehr Purismus, aber Andererseits Verlust des „Markenwertes“ eines Spielers durch seine Nummer…schließlich denkt doch jeder bei der Nummer 33 an Mario Gomez, bei der Nummer 18 an Jürgen Klinsmann oder Miro Klose oder bei der Nummer 20 an Deco. Cristiano Ronaldo, Ronaldinho, Kaka, Michael Ballack oder auch Frank Lampard können dagegen froh sein – sie können ihre Nummer behalten…müssen sich aber daran gewöhnen, dass ein anderer mit ihrer Nummer aufläuft, wenn sie mal nicht dabei sein sollten.

Und das ist natürlich gerade für Sammler eher schlecht –  wie soll ich sicher sein, dass in einem Chelsea Trikot mit der Nummer 13 auch wirklich Michael Ballack drinsteckte und nicht ein Ersatzmann? Es wird mit Sicherheit wieder Fälle geben, bei denen so genannte Fans als Wiederverkäufer Trikots mit Beschreibungen versehen, die nicht der Wahrheit entsprechen.

In diesem Sinne „Servus, Mythos der Rückennummer als Synonym für einen Spieler“ – eine Geschichte wie die 99 als Synonym für Wayne Gretzky im Eishockey werden wir im Fußball so nicht mehr erleben.



Österreicher mit Gold für Deutschland: Eine Art kleines Cordoba

Auch wenn es hier eigentlich nur um Fußball geht – die Goldmedaille am gestrigen Tage von Matthias Steiner im Gewichtheben der Superschwergewichte ist definitiv auch für uns eine Meldung wert. Alleine sportlich war dieser Wettkampf eine Werbung für das Gewichtheben und der Jubel nach dem Sieg der absolute Hammer.

Das war also endlich mal wieder der ungeschminkte Sport, wo ein Athlet seine Leistung bringt und sich freut über das Erreichte – wo Einer weiß, was er selbst erreicht hat und sich nicht in komischen Floskeln verliert, dass er seine Leistung abrufen konnte.

Matthias Steiner hat gezeigt, dass Sport und Emotion zusammengehören. Wenn man seine Lebensgeschichte mit em tragischen Tod seiner Frau im vergangenen Jahr hört, kommt man nochmals mehr zu dem Ergebnis: ER HAT ES SICH VERDIENT.

Deutschland bräuchte mehr Sportler, die mit einer solchen Emotion an ihre Wettkämpfe herangehen und die mit einer solchen sympathischen Art in den Medien auftreten, wie Matthias Steiner gestern bei Waldi und Harry.

Das Beste aber ist – und da schließt sich der Kreis zum Fußball ein bisschen – die Goldmedaille von Matthias Steiner hat auch so ein kleines bisschen was von Cordoba (oder dem Duell gegen den Nachbarn Österreich). Schließlich wurde der gebürtige Österreicher erst in diesem Jahr eingebürgert.

Waldi Hartmann wies gestern ein bisserl süffisant darauf hin, dass die zusehenden Österreicher sich den Matthias Steiner gut ansehen sollen, denn das hätte eine weitere Goldmedaille für das Land der Berge sein können.

Lieber Waldemar Hartmann – es ist noch viel besser…es wäre sogar die erste Goldmedaille für Österreich gewesen, die nun aber bei uns gelandet ist.

Tu felix Austria – in diesem Wettkampf wohl nicht!