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Champions League Abend in München: FCB – Olympique Lyon by jeffrey12

Der erste Blick war wie immer beeindruckend – die rot leuchtende Arena ist jedes Mal aufs Neue ein großartiger Blickfang und endlich wieder Gastgeberin eines Champions League Spiels des FC Bayern.. Der zweite Blick war dann eher überraschend. Da die Verkündung der Bayern-Aufstellung an mir vorbei gegangen war, musste ich mir selbst einen Überblick verschaffen. Wo ist van Bommel? Der Kapitän jetzt selbst in den wichtigen Spielen nicht mit an Bord? Macht aber nix, der Mark steckt das schon weg. Ist ja ein super Spieler.

Dafür also Demichelis neben Zé Roberto im defensiven Mittelfeld. Dazu aber später mehr. Breno in der Abwehr. Ist das jetzt Klinsmanns erste Elf? Jedenfalls bleibt er seinem Stil treu in jeder noch so wichtigen Partie Auf- und Umstellungen vorzunehmen, die in erster Linie nur er selbst erklären kann. Dass er sich damit diesmal nicht unmittelbar angreifbar machte wie zuletzt in den Spielen gegen Bremen und Hannover, lag einzig und allein an der couragierten und mit dem Ausgleich belohnten Leistung der Mannschaft.

Das Spiel beginnt auf beiden Seiten flott. Bayern mit ersten guten Angriffen, am Anfang vor allem über links, mit Lahm und Ribery. Letzterem fehlt aber offensichtlich noch die Tempohärte für 90 Minuten und damit die Grundlage für seine unwiderstehlichen spielgestalterischen Fähigkeiten. Trotzdem allemal ein Gewinn. Im Abschluss fehlt den Bayern stets die letzte Konsequenz und vielleicht auch ein Quäntchen Glück, das in besseren Zeiten eben zur Seite steht.

Gefahr vor dem Bayern-Gehäuse rührt in erster Linie aus einer Ursache: den Freistößen von Juninho Pernambucano. Der hat ganz offensichtlich nichts von seiner Schussgewalt und –präzision eingebüßt und erscheint mir schlicht und ergreifend als der beste Freistoß-Schütze unserer Tage. Was dreimal haarscharf gut ging, wurde beim vierten Mal bestraft. Foul rund 40m vor dem Tor, Vollspann-Freistoß Juninho, abgefälscht, 1:0 für Lyon.

Dann bleibt ein Bisschen Zeit für eine genauere Studie der Gewohnheiten von Demichelis. Zwischen der 31. und 35. Minute fasst er sich zwölf Mal ins Haupthaar. Hochgerechnet auf seine 90-minütige Einsatzzeit bedeutet das 216 Mal Haare richten. Respekt! Als Trainer würde mir dazu nicht viel einfallen. Außer vielleicht beim nächsten Auswärtsflug Franck Ribery, bewaffnet mit einer Schere und ausgestattet mit einem schelmischen Plan, hinter seinem Kollegen zu platzieren.

Ansonsten war das Spiel gehobene Fußball-Unterhaltung. Die Bayern mühen sich, Lyon steht defensiv aber sehr sicher und kontert gefährlich. Trotz einem optischen und Chancen-Übergewicht der gestern weißen Roten kann es kurz vor Schluss auch noch nach hinten losgehen, als Benzema (mit einer manchmal unnatürlich anmutenden technischen Begabung ausgestattet) ziemlich arrogant vor dem Bayern-Gehäuse scheitert.

Bemerkenswert: Das Grüppchen lyonnaiser Fans macht ab Minute 65 auf sich aufmerksam, während Spielern wie Fans des deutschen Rekordmeisters merklich die Luft ausgeht und die anfangs überraschend gute Stimmung ziemlich abkühlt.

Allein das fehlende Halbzeitprogramm erstaunt, ist die UEFA doch hinsichtlich aller Vermarktungszwecke und –flächen so streng und kompromisslos organisiert. Abgesehen davon bot die Partie aber gelungene Fußball-Unterhaltung und ein wie ich finde gerechtes Ergebnis. Und allen derzeit so arg gebeutelten Bajuwaren einen kleinen Moment zum Durchatmen.

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Kommentar von sandraraven




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