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Finanzkrise und Fußball – Warum die Steuerzahler Ihre Stars jetzt selbst bezahlen by jeffrey12
19.09.2008, 12:42
Filed under: Allgemein | Schlagwörter: , , , , , ,

Die internationale Finanzkrise gibt seit Wochen und Monaten genug Stoff für immer neue Schlagzeilen. Bis jetzt mit Fokus auf die Finanzmärkte. Spätestens jetzt auch für den europäischen, speziell den britischen Fußball.

Erst vor kurzem nahm die US-Regierung die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac in staatliche Obhut, jetzt wird der weltweit größte Versicherer AIG mit 85 Mrd. $ vor dem drohenden Kollaps bewahrt. Anfang dieser Woche zeichnet sich der Konkurs der Investment Bank Lehman Brothers ab – mit ausstehenden Forderungen in Höhe von 600 Mrd. $. Während etwa die Pleite-Chefs von Fannie und Freddie eine Abfindung von insgesamt 24 Mio. $ fordern, werden die Verluste der Finanzinstitute durch die staatlichen Eingriffe und Übernahmen sozialisiert.

Im Falle der AIG, Hauptsponsor des Champions League Siegers Manchester United, hätte die Pleite des Versicherers weit reichende Konsequenzen für den Verein gehabt. Schließlich zahlt AIG laut Süddeutscher Zeitung rund 17,6 Mio. € jährlich für das Trikotsponsoring. Jetzt trägt der amerikanische Steuerzahler indirekt die Konsequenzen, da die US-Notenbank mit Ihrem Milliarden-Kredit für das einstweilige Überleben des Versicherers aufkommt. Und das für einen Verein, der den Amerikanern eigentlich komplett egal sein kann…

Doch auch die englischen Steuerzahler kommen nicht zu kurz. Im Februar war die britische Hypothekenbank Northern Rock der Kreditkrise zum Opfer gefallen und daraufhin verstaatlicht worden. Der Sponsorenvertrag über ca. 6,25 Mio. € mit dem englischen Traditionsverein Newcastle United bleibt jedoch bis auf weiteres bestehen.

Die Auswirkungen dieser Entwicklung (die der Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini auf die Formel reduziert: „Wir führen ein System fort, bei dem die Gewinne privtisiert und die Verluste sozialisiert werden“, SZ Nr. 218/2008, S.1) lassen erahnen, wie es dazu kommen konnte, dass nun amerikanische Bürger (freilich indirekt) die Gehälter der ManU-Mannschaft finanzieren, deren Fans wiederum die des Liga-Konkurrenten und langjährigen Rivalen Newcastle United.

Wenn man das betrachtet, kann man eigentlich nur froh sein, dass die Zocker der Finanzmärkte in deutschen Clubs keinen Einfluss haben. Vielleicht sollte man auch alles daran setzen, dass sie es auch in Zukunft haben werden. Und das ist mit Sicherheit ein Aspekt, den man abseits vom Sponsoring auch bei Diskussionen um die 50+1 Regel nicht aussen vor lassen darf…

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