Was die Liga bewegt!


Dreierpack III: Lars Toborg, Rot-Weiss Ahlen by jeffrey12
30.09.2008, 11:12
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Lars Toborg ist ein Pendler zwischen den Welten. Zwischen Großbardorf und Hamburg, zwischen Provinz und Metropole, zwischen Dorfvereinen und deutschen Meistern. Lars Toborg hat das alles in seinem Leben als Profi-Fußballer in der Regional- und zweiten Bundesliga erlebt und gesehen. Doch man kann den Eindruck gewinnen, dass Lars Toborg diesen wechselhaften Karriereweg gebraucht hat, um jetzt mit 33 Jahren zur Höchstform aufzulaufen.

Schon in den letzten drei Regionalliga-Spielzeiten für Wattenscheid 09 und Rot-Weiss Ahlen machte sich Lars Toborg als Goalgetter unverzichtbar. 14, 12 zuletzt 23 Treffer in der Aufstiegssaison. Vielleicht beflügelt es Lars Toborg, dass am Spielfeldrand mit Christian Wück ein gelernter Stürmer steht. Auf jeden Fall hat er nach den ersten sechs Zweitliga-Spielen dieser Saison schon wieder fünf Treffer auf dem Konto.

Drei davon erzielte Lars Toborg am vergangenen Spieltag bei Wehen-Wiesbaden. Ein Tor mit dem Kopf, eines mit dem linken, eines mit dem rechten Fuß. Ein Goalgetter eben.

Damit hat er einen wesentlichen Anteil am überraschenden Aufschwung des Aufsteigers, der zwischenzeitlich auf Rang vier der Tabelle rangiert. Vor den Erstliga-Absteigern vom MSV Duisburg, Hansa Rostock und dem 1. FC Nürnberg. Und trotzdem, dass das Team heute nichts mehr mit der Millionentruppe von LR Ahlen zu tun hat, die zu Beginn des Jahrtausends mit viel Geld und wenig Geduld nach sportlichem Erfolg trachtete.

Das sieht ganz nach ehrlicher Arbeit aus, was der Verein leistet. Und das ist eben das, wofür Lars Toborg steht, ehrliche und erfolgreiche Arbeit im Sturmzentrum. Zweifelsohne: unser Mann des Spieltags.

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Jetzt aber: Mesut Özil, Werder Bremen, Mann des Spieltags by jeffrey12
29.09.2008, 9:58
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Letzte Woche noch knapp gegen Patrick Helmes durchgefallen, drängen sich nach diesem Wochenende einige Gründe auf, warum Mesut Özil ein kleines Extra-Lob vom sport-auktion.de Team verdient hat.

Zum einen ist da eine kleine Leistungsexplosion zu verzeichnen. Özil, im vergangenen Winter aus in höchstem Maß zwielichten Gründen vom Schalker Hof, dann von der halben Liga gejagt und in Bremen gelandet, scheint sich jetzt unverzichtbar machen zu wollen. Mit Diego’schen Anwandlungen und Geniestreichen war er schon in der Vorwoche bei der Bremer Mission „den Münchnern fünf eingeschenkt“ tatkräftig am Werk. Mit Zuckerpässen in die Spitze und einem unglaublichen Knaller in den kurzen Winkel.

Dass das kein Einzelfall sondern fast identisch reproduzierbar ist, hat Mesut Özil am Samstag, im nächsten historischen Bundesliga-Spiel gezeigt. Der Meister des kurzen Winkels. Seit Mario Balsers Abgang hat kaum einer mehr so frech, zugleich unhaltbar und vor allem so ganz anders als die anderen abgeschlossen. Wahnsinn. Dass Özil dann, nachdem er bereits ausgewechselt werden wollte, noch das dezimierte Bremer Team zum Sieg schoss, obwohl da ein Aufsteiger auf dem Platz stand, der dem Meisterschafts-Mitfavoriten auswärts unbedingt alle drei Punkte entreißen wollte (und das auch nur haarscharf nicht schaffte), ist das Sahnehäubchen einer erneut großartigen Vorstellung.

Wie das eben so läuft wird demnächst wohl Joachim Löw bei Özil anklingeln. Denn wenn es eine Erkenntnis aus einer nicht unbedingt an Neuerungen reichen Europameisterschaft gab, dann dass (kleine) technisch versierte Mittelfeldspieler in zentraler Position einen mannschafts-taktischen Vorteil gegenüber hölzernen Abräumern bedeuten kann. In Deutschland scheinen mit Özil und Marin die ersten auf sich aufmerksam machen zu wollen. Auf dem weiteren Weg wünschen wir Standfestigkeit im Medienzeitalter, Beharrlichkeit bei der persönlichen Entwicklung, mannschaftsinternes Durchsetzungsvermögen und damit viel Erfolg!



Dreierpack II: Cedrick Makiadi, MSV Duisburg by jeffrey12

Am 34. Spieltag der Saison 2005/06 war es, dass Cedrick Makiadi erstmals so richtig von sich reden machte. Mit einem Tor und einer Vorlage bewahrte der Kongolese seinen damaligen Arbeitgeber VfL Wolfsburg vor dem Abstieg aus der Bundesliga. Dafür erwischte es den Gegner vom 1. FC Kaiserslautern, dem Makiadi in dieser Saison wieder gegenüber stehen wird.

Denn mittlerweile ist Cedrick Makiadi beim MSV Duisburg angekommen. So richtig angekommen. Mit dem ersten Dreierpack seiner noch jungen Profi-Karriere führte er den MSV am fünften Spieltag der Zeitliga-Saison fast im Alleingang zum Sieg über Aachen. Und das soll natürlich nur ein Schritt auf dem Weg zurück in die Bundesliga gewesen sein. Für den MSV genauso wie für Makiadi.

Grund genug für ein kleines Extra-Lob vom sport-auktion.de Team: Cedrick Makiadi ist unser Mann des fünften Spieltags in Liga Zwei!



Dreierpack I: Patrick Helmes, Bayer 04 Leverkusen by jeffrey12

Der erste Dreierpack der noch jungen Bundesliga-Saison geht an: Patrick Helmes. Der Hattrick (ersparen wir uns an dieser Stelle eine terminologische Aufarbeitung des Hattricks, und nennen das Kind der Einfachheit halber beim Namen) erhebt den Leverkusener über alle anderen Stars und Sternchen des Spieltags.

Mesut Özil zum Beispiel zeigte zum Wiesn-Auftakt in München eine fantastische Form und war maßgeblich daran beteiligt, den Bayern gleich „Fünf einzuschenken“. Mario Gomez machte bei diesem Derby gegen den KSC mehr durch qualifizierte Leistungen auf dem Platz als vor den Mikrofonen von sich reden, wodurch das hochgepushte Duell mit „Iron Maik“ Franz doch irgendwie an Dramatik und Diskussionsstoff verlor.

Doch unsere Wahl fällt auch Patrick Helmes. Mit seinen bisher gezeigten Leistungen und seiner Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor (immerhin sechs Treffer nach fünf Spielen) empfiehlt er sich nämlich wärmstens als eine der Zukunftshoffnungen für seinen Verein und damit auch der deutschen Nationalmannschaft. Schließlich deckt sich die offensive Grundordnung von Bruno Labbadia doch so gut mit der Spielweise, die die Nationalelf für sich reklamiert.

Zudem scheint er derzeit der beständigste deutsche Angreifer zu sein, wenngleich er das nur auf nationalem Niveau unter Beweis stellen kann. Aber mit diesem sind ja einige seiner eigentlichen Konkurrenten Woche für Woche (Klose, Kuranyi) oder zumindest mit atemberaubender Regelmäßigkeit (Podolski) bereits vor eine bemerkenswerte Herausforderung gestellt.

An Patrick Helmes wird Fußballdeutschland sicherlich noch lange seine Freude haben.



Finanzkrise und Fußball – Warum die Steuerzahler Ihre Stars jetzt selbst bezahlen by jeffrey12
19.09.2008, 12:42
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Die internationale Finanzkrise gibt seit Wochen und Monaten genug Stoff für immer neue Schlagzeilen. Bis jetzt mit Fokus auf die Finanzmärkte. Spätestens jetzt auch für den europäischen, speziell den britischen Fußball.

Erst vor kurzem nahm die US-Regierung die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac in staatliche Obhut, jetzt wird der weltweit größte Versicherer AIG mit 85 Mrd. $ vor dem drohenden Kollaps bewahrt. Anfang dieser Woche zeichnet sich der Konkurs der Investment Bank Lehman Brothers ab – mit ausstehenden Forderungen in Höhe von 600 Mrd. $. Während etwa die Pleite-Chefs von Fannie und Freddie eine Abfindung von insgesamt 24 Mio. $ fordern, werden die Verluste der Finanzinstitute durch die staatlichen Eingriffe und Übernahmen sozialisiert.

Im Falle der AIG, Hauptsponsor des Champions League Siegers Manchester United, hätte die Pleite des Versicherers weit reichende Konsequenzen für den Verein gehabt. Schließlich zahlt AIG laut Süddeutscher Zeitung rund 17,6 Mio. € jährlich für das Trikotsponsoring. Jetzt trägt der amerikanische Steuerzahler indirekt die Konsequenzen, da die US-Notenbank mit Ihrem Milliarden-Kredit für das einstweilige Überleben des Versicherers aufkommt. Und das für einen Verein, der den Amerikanern eigentlich komplett egal sein kann…

Doch auch die englischen Steuerzahler kommen nicht zu kurz. Im Februar war die britische Hypothekenbank Northern Rock der Kreditkrise zum Opfer gefallen und daraufhin verstaatlicht worden. Der Sponsorenvertrag über ca. 6,25 Mio. € mit dem englischen Traditionsverein Newcastle United bleibt jedoch bis auf weiteres bestehen.

Die Auswirkungen dieser Entwicklung (die der Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini auf die Formel reduziert: „Wir führen ein System fort, bei dem die Gewinne privtisiert und die Verluste sozialisiert werden“, SZ Nr. 218/2008, S.1) lassen erahnen, wie es dazu kommen konnte, dass nun amerikanische Bürger (freilich indirekt) die Gehälter der ManU-Mannschaft finanzieren, deren Fans wiederum die des Liga-Konkurrenten und langjährigen Rivalen Newcastle United.

Wenn man das betrachtet, kann man eigentlich nur froh sein, dass die Zocker der Finanzmärkte in deutschen Clubs keinen Einfluss haben. Vielleicht sollte man auch alles daran setzen, dass sie es auch in Zukunft haben werden. Und das ist mit Sicherheit ein Aspekt, den man abseits vom Sponsoring auch bei Diskussionen um die 50+1 Regel nicht aussen vor lassen darf…



Rudi Völlers Weisheit der großen Kleinen – die Champions League startet überraschend. by jeffrey12

Heute ist es an der Zeit, an eine der Koryphäen des deutschen Fußballs zu erinnern. Ein Weiser des Fußballs, der nicht nur mit mathematischem Geschick („Zu fünfzig Prozent haben wir es geschafft, aber die halbe Miete ist das noch nicht.“) sondern schon vor Jahren, als sich die großen Fußball-Nationen und Top-Clubs ihrer Unantastbarkeit noch voll und ganz bewusst waren, mit einer heute nicht mehr von der Hand zu weisenden Weisheit von sich reden machte: Es gibt im internationalen Fußball keine Kleinen mehr! Was ein Wort!

Rudi Völler hat schon immer gewusst, was gestern Abend ironischerweise seine große Liebe, die Roma, und sein langjähriger Arbeitgeber Werder Bremen schmerzlich erfahren mussten.

Schön, denn der Sieg von CFR Cluj beim AS Rom am ersten Spieltag der Champions League unterstreicht doch den Wesenskern des Wettbewerbs. Schließlich holte sich der rumänische Meister drei Punkte beim italienischen Vize ab. Zeitgleich trotzte der zyprische Champion Anorthosis Famagusta dem deutschen Vizemeister Werder Bremen ein 0:0 ab. Ganz nebenbei: wie kann es sein, dass Werder Jahr für Jahr gleich zu Beginn der Champions League Vorrunde wichtige Punkte liegen lässt und die eigenen Ambitionen damit aufs gröbste gefährdet?

Gut, dass das dritte Leichtgewicht der Szene, der belarussische Meister BATE Borisov (schade hier, dass die CL-Losfee dem Ex-Klub von Aliaksandr Hleb trotz einer 50:50 Chance kein Wiedersehen mit dessen neuem Club FC Barcelona bescherte), heute Abend das Santiago-Bernabéu-Stadion zu Madrid erobert, erscheint nahezu ausgeschlossen.

Das galt allerdings auch seinerzeit, als Rudi Völler noch für die sportlichen Geschicke der deutschen Nationalmannschaft zuständig war. Als sich seine Schützlinge trotz eines 0:0 in Island – eben jenem stilprägenden Moment dieser unumstößlichen Weisheit der großen Kleinen – für die EM qualifizierten und wegen eines 0:0 gegen Lettland das Turnier frühzeitig für beendet erklären mussten. Schlussendlich gelang den griechischen Underdogs bekanntlich die wohl größte Sensation im internationalen Fußball in diesem Jahrtausend.

Warten wir ab, was uns die so junge internationale Saison noch zu bieten hat. Dass sich auch die Vereine warm anziehen sollten, deren Trikot Rudi Völler nie trug (auch Olympique Marseille verlor sein Auftaktspiel, das allerdings eher erwartungsgemäß gegen Liverpool), steht außer Frage. Aber sachte, denn genau von diesen Sensationen lebt der Fußball, da kann Rudi Völler weise warnen wie er will…



Wandervogel und Goalgetter – Sami Allagui by jeffrey12
16.09.2008, 18:09
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Sami Allagui hat schon den einen oder anderen Club in seiner noch jungen Karriere kennen gelernt. Fortuna Düsseldorf, Alemannia Aachen oder den RSC Anderlecht. Jetzt also die SpVgg Greuther Fürth . Und hier scheint Sami Allagui nun angekommen zu sein. Mit gerade einmal 22 Jahren. Und empfiehlt sich dabei seit Wochen wärmstens für eine kleine aber feine Auszeichnung.

Nach seinem fünften Treffer im vierten Pflichtspiel dieser Saison ist es jetzt soweit. Sami Allagui ist unser Mann des vierten Spieltags in Liga Zwei.

Mit zwei blitzsauberen Toren war er der Mann des Tages beim 4:3 der Kleeblätter gegen die bis dahin Gegentorlose TuS Koblenz. Vor der Saison von Absteiger Carl Zeiss Jena an den Rohnhof gewechselt, startet der Deutsch-Tunesier jetzt richtig durch.

Zusammen mit seiner Spielvereinigung, die entgegen vieler Erwartungen und trotz zahlreicher namhafter Abgänge (Trainer Labbadia, Adlung, Lanig) in diesem Jahr wieder die oberen Tabellenregionen ins Visier nimmt. Dank anhaltend famoser Angriffsleistungen von Sami Allagui und Kollegen.