Was die Liga bewegt!


Die T-Frage, das Münchner Roulette by jeffrey12

Mit Spannung erwartet wird die Entscheidung von Louis van Gaal, wer zum Saisonauftakt das Tor des FC Bayern München hüten wird. Hans-Jörg Butt oder Michael Rensing lautet die Frage. Angeheizt wird das Duell, wie nicht anders zu erwarten, vom bunten Münchner Blätterwald.

Sah sich Hans-Jörg Butt dank Klinsmannscher Wankelmütigkeit, einer starken Saisonendphase 2008/09 und vorteilhafter Routine bis Anfang der Woche im Vorteil gegenüber dem jungen Herausforderer, haben zuletzt die beiden mehr oder minder schwergewichtigen Testspiel-Gegner AC Milan und Manchester United im Rahmen des Audi-Cups die Kräfteverhältnisse nahezu egalisiert.

Viel stärker aber wiegt in der T-Frage die Rolle der Medien, die die beiden Kontrahenten im Schatten Schumis zu den Titelmotiven des 30. und 31. Juli 2009 machten. Während Butt, zuvor in der Gunst van Gaals offenbar einen Tick voraus, auf einmal als Fliegenfänger dasteht, ist Rensing der Elfmeterheld, der dem deutschen Rekordmeister schon vor Saisonbeginn den ersten (schmeichelhaften) Titelgewinn sicherte.

Dass die Meinungsmacher der Boulevard-Presse zuerst die Zuschauer und damit oftmals die Stimmung im Stadion nachhaltig zu beeinflussen wissen, hat die jüngere Vergangenheit eindrucksvoll gezeigt. Denn keine andere Position, außer vielleicht die des Trainers selbst, lebt so sehr von der Gunst des Publikums und dem dadurch gegebene Rückhalt oder eben dessen schwächenden Verlust.

Erlebt hat das erst im Vorjahr Michael Rensing selbst, zuvor etwa der vormals hochgelobte Raphael Schäfer in Stuttgart. Wer den Rückhalt der Fans verliert und in jeder auch noch so harmlosen Situation ein Raunen im Stadionrund erfährt, um dessen Nerven und Leistungsfähigkeit ist es oft nicht allzu gut bestellt.

Dementsprechend spannend wird es bleiben, wer als Nummer Eins in die neue Saison startet, wie die Meinungsmacher auf etwaige Patzer in Pflichtspielen reagieren und welche Schlüsse sich dabei auf das Münchner Roulette auswirken. Leicht favorisiert scheint Hans-Jörg Butt, der damit die vielleicht letzte Chance seiner Karriere nutzen könnte, einen Titel zu gewinnen.



Warum Oliver Kahn zu Schalke passen würde… by jeffrey12
20.03.2009, 19:19
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Oliver Kahn und der FC Schalke 04 – spontan ein absolutes “nogo”. Nach genauerer Betrachtung erscheint mir die Option aber als gar nicht so abwegig und vielleicht sogar für beide Seiten lukrativ.

1. Ein Job beim FC Bayern München, nämlich der als Nachfolger von Uli Hoeneß auf dem Managerposten, schien lange Zeit nur reine Formsache zu sein. Aus München ließ Hoeneß zwar verlauten, nach einer Lösung zu trachten, die der Altersklasse von Kahn entsprechen würde, Oliver Kahn erscheint hier dennoch als fraglich. München sieht Kahn längst nicht mehr nur als Ex-Torhüter von Weltformat, sondern eben auch als Lokalprominenz mit Hang zur einen oder anderen Boulevard-trächtigen Eskapade neben dem Platz.

2. Kahn mag zwar während seiner aktiven Zeit kein ausgewiesener Freund des FC Schalke 04 gewesen sein, doch auch das Gegenteil ist nicht bewiesen. Als Kämpfer vor dem Herrn (nicht zuletzt über Jahre hinweg im Nationaltrikot) liegt er gar nicht soweit von der Einstellung entfernt, die die “Knappen” auch heute noch gerne für sich reklamieren würden. Kahn ist ein ehrlicher Arbeiter und Antreiber.

3. Nicht zuletzt dank der in ihm gereiften “Altersmilde” kommt Oliver Kahn in seinem jüngsten Job als TV-Experte sogar bemerkenswert eloquent im Gespräch daher. Diese Eigenschaft gepaart mit der Tatsache, dass Oliver Kahn eine natürliche Autorität und ein gewandtes Auftreten besitzt, könnten eine für Schalker Verhältnisse lange vermisste Außendarstellung in zentraler Position bewirken, die dem Anspruch, die Nummer Eins des deutschen Fußballs zu attackieren, gerecht werden könnte.

4. Oliver Kahn hat keinerlei (bekannten) Bezug zu einzelnen Polen und Fraktionen im Schalker Vorstand und Aufsichtsrat und wäre somit kaum Vorbelastet, wenn er sein Amt antreten würde. Er muss nicht den Vorständen etwas besonders recht machen oder dem Aufsichtsrat etwas beweisen, er muss “nur” auf Schalke erfolgreiche und ehrliche Arbeit leisten. Und genau das ist vielleicht eben nur dann möglich, wenn man losgelöst von den Fraktionen neu ins Boot kommt und sich interne Machtspiele vom Leib halten kann – eine Demontage wie Sie Andreas Müller erfuhr, ist mit Kahn kaum denkbar.

5. Beste Kontakte, besonders international Ansehen allerhöchster Güte, sportliche Leistungen und Erfahrungen auf allerhöchstem Niveau und Erolgshunger – weitere Aspekte, die Oliver Kahn sicherlich für die Position eines sportlichen Leiters und Managers qualifizieren würden.

Einiges spricht also dafür. Wenn Oliver Kahn nicht den FC Schalke 04 doch noch mit einer Absage düpiert. Der Verein hat sich in der Plauderstunde mit der meinungsführenden Zeitung in Deutschland schon weit aus dem Fenster gelehnt und die Gespräche bestätigt. Daraufhin tat es Oliver Kahn seinem Gesprächspartner Clemens Tönnies gleich. Vielleicht pokert Oliver Kahn aber auch und testet im konkreten Ernstfall knallhart seinen Marktwert, die Reichweite möglicher Befugnisse und finanzielle Spielräume auf einem der heißesten, aber sicherlich sportlich reizvollsten Managerstühle der Bundesliga.



Weichenstellung am Neckar – wer ist die Nr. 1 im Ländle? by jeffrey12

Derby-Wochenende in der Bundesliga. Am Freitagabend treffen sich schwarz-gelb und königsblau zum ewig jungen Derby aller deutscher Derbys unter Flutlicht zum, sagen wir mal, kleinen Krisengipfel. Tags darauf empfängt der VfB Stuttgart, erstmals im Rahmen eines Bundesliga-Spiels, 1899 Hoffenheim in Bad Cannstatt.

Dabei stehen nicht nur drei Punkte auf dem Spiel, sondern vielmehr auch noch das eine oder andere Wiedersehen alter Bekannter und, das ist wahrscheinlich das Wichtigste, eine Weichenstellung über die Nummer Eins im Ländle.

Zumindest für diese eine Saison.

Angesichts der vorhandenen Mittel und Möglichkeiten wird 1899 Hoffenheim in der Öffentlichkeit ja ohnehin eher als erster Anwärter im alljährlichen Titelkampf der Bayern aus München gesehen und liegt in den Prognosen damit weit vor den erwarteten Entwicklungswerten des VfB Stuttgart. Warten wir ab, was die nächsten Jahre bringen werden. Eine sportliche Herausforderung für den VfB und seine in den letzten Jahren unumstrittene Vormchtstellung im Südwesten, wie Sie der Karlsruher SC Mitte der 90er Jahre darstellte, ist dem Team aus dem Kraichgau zukünftig allemal zuzutrauen.

Gewinnt der VfB Stuttgart, ist der Rückrunden-Fehlstart für 1899 Hoffenheim perfekt und der VfB wieder auf vier Punkte dran am Überflieger der Vorrunde. Verliert man, sind es schier uneinholbare 10 Punkte Differenz.

Neben dem Sportlichen kommt es auch zu einem großen Wiedersehen am Neckar. Jaissle, Compper, Weis und Beck statten ihrem Ausbildungsverein einen Besuch ab, Lanig und Reservekeeper Alexander Stolz schnürten bereits für 1899 Hoffenheim die Schuhe.

Zwei andere aktuelle Hoffenheimer haben unterschiedliche Erinnerungen an den VfB, ihren alten Arbeitgeber. Während Ralf Rangnicks Trainer-Ära beim VfB eher von sportlicher Unkonstanz und der Verbannung von Publikumsliebling Krasimir Balakov geprägt war, kommt mit Timo Hildebrand eine der Identifikations-Figuren der Stuttgarter Meistermannschaft von 2007 zurück an den Ort seines größten sportlichen Erfolgs. Dem emotionalen Abschied folgten 1 1/2 Jahre beim FC Valencia und ein sportlicher Neuanfang beim regionalen Konkurrenten. Interessaant wird zudem sein, wie der frühere Publikumsliebling an alter Wirkungsstätte vom ehemaligen Heim-Publikum empfangen wird.

Offensichtlich, dass nicht nur das “Ruhrpott-Derby” zwischen dem BVB und dem FC Schalke 04 reichlich Brisanz und Gesprächstoff in sich birgt, sondern auch das zwischen Baden und Württemberg. Zumal im Laufe der Spielzeit die anfängliche Freude des Stuttgarter Publikums über sportliche Erfolge des Nachbarn aus Hoffenheim merklich zu erstauntem und kühlem Raunen abklang.

Wieder wird ein samstäglicher Fußball-Nachmittag also reichlich Gesprächstoff über die 90 Minuten Spielzeit hinaus liefern…



Spieler der Woche – Sami Khedira, VfB Stuttgart by jeffrey12
18.12.2008, 12:08
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Spielübersicht, Kopfballstärke, Passgenauigkeit und Kaltschnäutzigkeit vor dem Tor. Sami Khedira bringt eigentlich alles mit, was einen modernen und erfolgreichen Mittelfeldspieler auszeichnet. Wenn er diese Fähigkeiten so in die Waagschale werfen kann, wie am 17. Bundesliga-Spieltag gegen den FC Bayern München, dann besteht kein Zweifel – der Mann gehört in die Eliteklasse des deutschen Fußballs. Mindestens.

Nach seinem kometenhaften Aufstieg in der Meistersaison des VfB Stuttgart 2006/07, die er mit seinem Siegtor im entscheidneen letzten Saisonspiel gegen Energie Cottbus krönte, verbrachte Sami Khedira viel Zeit zwischen Bank, Krankenstand und Spielfeld. Einen Stammplatz im Mittelfeld des VfB konnte er sich unter Armin Veh nie so recht erkämpfen, hinter den etablierten Kräften in der Schaltzentrale wie Pardo und Hitzlsperger.

Unter Markus Babbel fehlen Khedira gerade einmal fünf Bundesliga-Minuten aus der Partie gegen Schalke. Und die sind ziemlich unfreiwillig zustandegekommen – seine Balleroberung im Mittelfeld, die das 2:0 einleitete, fiel mit einem kolossalen Zusammenprall mit Jermaine Jones zusammen, sodass Khedira das Spielfeld benommen verlassen musste. In den beiden darauffolgenden Partien traf der Deutsch-Tunesier gleich drei Mal ins gegnerische Tor und war damit eine der entscheidenden Kräfte beim erfolgreichen Hinrunden-Sendspurt seines Vereins.

In dieser Form ist Khedira – der bei offensiven Vorstößen aufgrund seiner Haarpracht und Statur von Fernsehreporten gerne und häufig mit Mario Gomez verwechselt wird – aus dem Mittelfeld der Schwaben nicht wegzudenken. Kurz vor Weihnachten ein Extra-Lob vom Sportnex-Team: Der Mann des Spieltags, Sami Khedira!



Geschenkidee vom Lieblingsverein: Mannschaftsposter mit Wunschtext! by jeffrey12

Nikolaus und Weihnachten stehen vor der Türe und Dein Lieblingsverein unterstützt Dich bei der Auswahl des passenden Geschenkes für Deine Liebsten.

Viele Vereine stellen derzeit Ihr Mannschaftsposter der aktuellen Spielzeit für eine tolle Idee zur Verfügung: das Mannschaftsposter mit Wunschtext. Der Käufer kann einen Text seiner Wahl auf dem Poster drucken lassen und damit im Namen des Teams gratulieren.

Wozu? Das bleibt Dir überlassen.

Wir meinen: das Mannschaftsposter mit Wunschtext eignet sich besonders als Gutschein für ein Event oder Artikel rund um den Verein Deines Herzens, als Glückwunsch-Botschaft zum Geburtstag oder fürs neue Jahr oder einfach als Weihnachtskarte der etwas anderen Art.

Derzeit bieten wir auf unserem Portal die Mannschaftsposter der folgenden Teams an. Per Klick gelangst Du direkt in die jeweilige Vereinskategorie.

Hamburger SV, Karlsruher SC, VfL Bochum, Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach, Fortuna Düsseldorf, SpVgg Unterhaching



Die Angst des Stürmers vor dem Ex-Verein. by jeffrey12
17.11.2008, 12:11
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Eine neue Krankheit hat die deutschen Ligen befallen. Unverkennbare Merkmale: Gewissensbisse, Kraftlosigkeit, in jedem Fall aber fehlende Identifikation mit dem Arbeitgeber. Wo immer ein Spieler auf seinen Ex-Verein trifft, treten diese Symptome auf. Neuerdings, gefühlt seit Lukas Podolski gegen sein Heimatland Polen bei der EM gleich zwei mal einnetzte und aus Respekt vor seinen Landsleuten auf ausgiebige Jubel-Arien verzichtete.

Seither wird schon im Vorfeld des Spieltags diskutiert, wer wo auf wen trifft und deshalb nach dem Tor-Erfolg die Hände in die Taschen zu stecken hat. Mladen Petric bereitet etwa die Medien darauf vor, dass er im Falle eines Treffers gegen den BVB nicht jubeln wolle. Erst als bei jedem Ballkontakt klar wird, dass Ihn die Fans des Ex-Vereins doch nicht so lieb haben, wie er sie in einem Jahr gewonnen hat, überwältigen Ihn die Glücks-Gefühle nach dem 1:0.

So schön die Erinnerungen an Ex-Verein und Fans sein mögen, so sollte doch die Identifikation mit dem neuen Arbeitgeber auch oder gerade in der Minute des Torerfolgs im Vordergrund stehen sollte und nicht persönliche Image-Kampagnen. Fans vergessen ohnehin schneller, die neuen Helden sind schnell ausgemacht, die Erfolge ehemaliger Spieler oft schnell verblasst. Die BVB-Fans bezeugten das sehr genau.

An diesem Wochenende war es Daniel Baier, der mit seinem Tor drei Punkte für den FC Augsburg aus der Münchner Allianz Arena entführte. Und wieder überwiegte die Respekts-Bekundung vor dem Ex-Team gegenüber der Identifikation und Leidenschaft für den Arbeitgeber. 1860 ist Herzensangelegenheit, Augsburg nur Brötchengeber.

Gilt Giovane Elber in München als Verräter weil er sich über ein Tor für Lyon freute? Oder wird Claudio Pizarro erst in München, jetzt zurück in Bremen zum Buhmann, weil er nicht aufhört als leidenschaftlicher Goalgetter aufzutreten, egal in welchem Trikot er spielt? Eigentlich sind das doch ausgewiesene Merkmale professionellen Verhaltens.



Mann des Tages: Chinedu Obasi, 1899 Hoffenheim by jeffrey12

Mit Ihm verknüpften die Fans des Aufsteigers aus Hoffenheim wohl die größten Hoffnungen. Schließlich waren sich Fans wie Experten gleichermaßen einig, dass Chinedu Obasi Obuke der herausragende Spieler der vergangenen Zweitliga-Spielzeit war. Trotzdem waren es erstmal seine Mitspieler, die Ligaweit von sich reden machten. Vedad Ibisevic, auf den Spuren Müllerscher Trefferquoten, Demba Ba, senegalesischer Feinmotoriker mit “Streichholz-Beinen” oder Sejad Salihovic, der derzeit wohl gefürchtetste Freistoß-Schütze der Bundesliga.

Ohne großes Aufsehen gab die sportliche Führung im Sommer dem Willen des Spielers und dem Drängen der nigerianischen Funktionäre und Öffentlichkeit im Sommer nach und stellte Obasi zu den Olympischen Spielen frei. Vielleicht ein entscheidender Schritt, den Obasi bereit ist mit vollem Einsatz zurückzuzahlen. Nach Trainingsrückstand und kleineren Verletzungssorgen hat es einige Spieltage gedauert, bis Obasi an die Leistungen der Vorsaison anschließen konnte.

Dafür kommt Obasi jetzt mit unbändigem Tordrang und Spielfreude bis zum Gehtnichtmehr. Mit zuletzt fünf Treffern in vier Partien scheint Obasi voll im deutschen Fußball-Oberhaus abgekommen zu sein und dabei die Rolle in der Hoffenheimer Erfolgsstory zu spielen, die ihm jeder, der Ihn kennt, zugetraut hat.

Unglaublich aber wahr: mit Obasi, Ibisevic und Ba stehen drei Hoffenheimer zur Wahl des Fußballers des Monats Oktober! Die Spieltagswertung 11 hat er bei uns schon mal gewonnen… Damit einhergehend ein großer Dank für große Fußball-Unterhaltung!




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